Reger Austausch der Volontäre

Eine mitreißende Schlagzeile. Ein aussagekräftiges Foto. Ein Anlauf, der Freude auf das Weiterlesen macht. Und natürlich ein informativer Text. Das erwarten Leserinnen und Leser von einer guten Zeitung. Aber manchmal finden sich interessante Geschichten auch am Rande der eigentlichen Story. Beispielsweise beim Verfasserhinweis auf den Hombrucher Stadtteilseiten der Ruhr Nachrichten: In schöner Regelmäßigkeit tauchen dort neue Autorennamen auf. Was passiert? Hat der größte Dortmunder Stadtbezirk etwa einen überbordenden Verschleiß an Redakteuren? Keinesfalls! Die Hombrucher Zeitungsleser genießen eine besondere Situation. Ihre Stadtteil-Nachrichten sind ein wichtiger Teil in der qualifizierten Ausbildung von zukünftigen Journalisten. Jungen Menschen, die bei den Ruhr Nachrichten ein Volontariat absolvieren. Jennifer von Glahn hat jetzt den Staffelstab an Christopher Stolz weitergegeben. Bezirksbürgermeister Hans Semmler sowie Heinz-Herbert Dustmann und Peter Otworowski vom Hombruch-Forum nutzen die Gelegenheit zu einer kombinierten Verabschiedung-Begrüßung und erfahren gleichzeitig viel über das System des Volontariats.

Jennifer von Glahn (2. v. l.) und Christopher Stolz (2. r.) werden von Bezirksbürgermeister Hans Semmler (links) sowie von Heinz-Herbert Dustmann (Mitte) und Peter Otworowski (rechts) vom Hombruch-Forum verabschiedet und begrüßt. (Foto: Melanie Pelka/Hombruch-Forum e. V.)

Wer sich direkt bei den Ruhr Nachrichten bewirbt und angenommen wird, hat in der Regel zwei Volontariats-Jahre vor der Brust. Wie Jennifer von Glahn. „Nach zehn Jahren bei den Westfälischen Nachrichten in Münster und bei Antenne Münster absolvieren ich jetzt ein Volontariat bei den Ruhr Nachrichten“, berichtet die 36-Jährige. Etwas anders ist die Lage bei Christopher Stolz. Der gebürtige Sauerländer studiert Journalistik an der TU-Dortmund. Ein Jahr des achtsemestrigen Bachelor-Studiengangs ist Praxiszeit, die der 21-Jährige ebenfalls bei den Ruhr Nachrichten durchläuft.

Beiden Volontären ist gemeinsam, dass sie in Blöcken von jeweils mehreren Wochen oder Monaten in verschiedenen Bereichen des Medienhauses Lensing-Wolff arbeiten. So lernen sie zum Beispiel die Mantel-, Sport- und Kulturredaktion, das unterschiedliche Arbeiten in der Dortmunder Zentrale und den Außenstellen im Umland kennen. Dazu kommt der stetig wachsende Online-Journalismus. Und nicht zu vergessen die Stadtteilredaktion für Hombruch! „Das ist der Teil des Volontariats, in dem wir eigenständig, aber trotzdem mit Unterstützung von Kollegen jeden Tag eine Zeitungsseite selbst gestalten können“, erläutert Christopher Stolz. Um eine gleichbleibend hohe Qualität der Berichterstattung zu gewährleisten, werden die Volontäre intensiv von erfahrenen und langjährigen Redakteuren begleitet. Mit Jörg Bauerfeld und Felix Guth haben sie jederzeit kompetente Ansprechpartner, die den Stadtbezirk Hombruch schon seit vielen Jahren wie ihre Westentasche kennen, auch wenn sie selbst zumeist für Aplerbeck und Hörde schreiben und fotografieren. „Mit den Redakteuren arbeiten wir eng im Team zusammen“, berichtet Jennifer von Glahn über ihre Erfahrungen.

Auch wenn das gegenseitige Kennenlernen von Akteuren vor Ort und Volontären im relativ schnellen Wechsel etwas schwierig ist, hat die besondere Stellung des Stadtbezirks Hombruch auch viele Vorteile. „Jeder Volontär bringt eine neue Sichtweise auf die Hombrucher Themen mit, und die Akteure haben es in der Regel mit Menschen zu tun, die gerade studieren oder bereits ein Studium abgeschlossen haben“, nennt Jennifer von Glahn einige von ihnen.

Mit Blumensträußen und einer informativen Broschüre über Friedrich Harkort bedanken sich der Bezirksbürgermeister und das Hombruch-Forum für den Einsatz von Jennifer von Glahn und Christopher Stolz in Hombruch und dem Stadtbezirk. „Im ständigen Informationsaustausch mit den Volontären der Ruhr Nachrichten möchten wir immer wieder die Bedeutung unseres Stadtbezirks Dortmund-Hombruch darlegen“, betont Bezirksbürgermeister Hans Semmler. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Hombruch auch an dieser Stelle zur Ausbildung von jungen Menschen beitragen dürfen“, erklärt Heinz-Herbert Dustmann vom Hombruch-Forum e. V. (HF). Der Vorstandsvorsitzende ist ein entschiedener Verfechter der dualen Berufsausbildung mit Praxis- und Theorieanteilen und wünscht den Volontären, dass sie „in Hombruch möglichst viel lernen können“.

Dazu möchte zukünftig auch das Hombruch-Forum verstärkt beitragen. HF-Geschäftsführer Peter Otworowski bietet an, zum Start der nächsten Volontariate jeweils einen Informationsrundgang mit dem Journalistennachwuchs durch Hombruch zu organisieren. „So erfahren Sie in ein oder zwei Stunden, wo wichtige Einrichtungen liegen, und lernen vielleicht auch schon den einen oder anderen Ansprechpartner kennen“, sagt der Geschäftsführer und erläutert mit einem Augenzwinkern: „Immerhin sind die Volontäre über die Mitgliedschaft der Ruhr Nachrichten im Hombruch-Forum auch Teil unseres unternehmerischen Netzwerkes in Hombruch und Umgebung.“ Und da ist es selbstverständlich keine Frage, dass man sich innerhalb des Netzwerkes gegenseitig hilft!